North of Blue

Mit «North of Blue» entführt Joanna Priestley ihre Zuschauer*innen in eine andere Welt. Hier dominieren Formen und Farben, die ihren ganz eigenen Gesetzmässigkeiten folgen. Sie rollen, schwimmen und klappern durch den Raum und verwandeln sich in lebendige Wesen. Es ist diese Verwandlung, mit welcher der Film immer wieder überraschend spielt. Da nimmt plötzlich ein Wesen aus dem Hintergrund Gestalt an und lebt sein Leben, bis es wieder in seine Grundform zurückfällt. Joanna Priestley führt diese Prozesse vor, indem sie uns einen Blick wie durchs Mikroskop gewährt. Oder handelt es sich ganz im Gegenteil um ein riesiges Universum? Die Abstraktion lässt eine Beantwortung dieser Frage nicht zu – schon der Filmtitel (übersetzt etwa «Nördlich von Blau») kündet von einer völlig eigenen Dimension ausserhalb unseres Weltverständnisses. Und doch hat die Welt dieses Films mehr mit der unseren gemeinsam, als man auf den ersten Blick meinen könnte. Mal heiter und fröhlich, mal bedrohlich und düster scheinen die Formen und Figuren emotionale Zustände auszudrücken, die wir aus unserem Leben sehr gut kennen. Nicht zuletzt zeigen sich immer wieder ganz konkrete Figuren, von denen sich Joanna Priestley inspirieren liess: von indigenen Masken über Delfter Blau bis hin zu den Werken von Piet Mondrian, welche sie in den Raum und in Bewegung setzt.
«North of Blue» ist der erste Langfilm der renommierten Animatorin. Seit seiner Weltpremiere 2018 in Annecy gewann er mehrere Preise und wurde unter anderem am Los Angeles Animation Festival und am Yosemite International Film Festival als bester Animationsfilm ausgezeichnet. Besondere Erwähnung verdient auch die Tonspur von Jamie Haggerty, der dafür am Local Sightings Film Festival mit dem Best Sound Award sowie dem Best Composer Award ausgezeichnet wurde.

  • RegieJoanna Priestley
  • LandUS
  • Produktionsjahr2018
  • Laufzeit1 Stunde
  • Sprache (Untertitel)ohne Dialog
  • Altersfreigabe6+