Ride Your Wave

Die junge Hinako ist begeisterte Surferin und hat sich für ihr Studium an einer Universität an der Küste eingeschrieben. Bald zeigt sich jedoch, dass sie die Wellen des Meeres weit sicherer meistert als das einsame Leben fern der Heimat. Das ändert sich erst, als sie vom jungen Feuerwehrmann Minato aus dem brennenden Studierendenheim gerettet wird. Die beiden kommen sich näher und während Hinako ihm das Surfen beibringt, hilft Minato ihr, auf den Wellen des Alltags zu reiten.
Der japanische Regisseur Masaaki Yuasa hat sich mit wilden und unberechenbaren Animes wie «Mind Game» (2004) auch am Fantoche eine eingeschworene Fangemeinde erworben. In seinem neuen, ungewöhnlich geradlinigen Langfilm knüpft er zwar an Themen und Motive früherer Werke an, verzichtet jedoch weitgehend auf stilistische und erzählerische Experimente. Vielmehr spielt er diesmal mit einer Art Bonbon-Pop-Ästhetik. Visuell verweisen die junge Frau mit dem orangen Surfbrett und der Feuerwehrmann mit den bläulichen Haaren auf die Motive Feuer und Wasser. Ähnlich wie in «Lu Over The Wall» (2017) stellt Yuasa zudem eine Verbindung zwischen Wasser und Musik her. So verliebt sich Hinako beim gemeinsamen Singen in Minato, dessen Stimme dem Sänger der Boygroup GENERATIONS from EXILE gehört. Bei aller Sentimentalität, die von Minatos respektloser Schwester humorvoll gebrochen wird, erzählen Yuasa und seine Drehbuchautorin Reiko Yoshida («A Silent Voice») temporeich und prägnant. Dabei stellen sich Fragen wie: Was macht jemanden zum Helden oder zur Heldin? Wovon hängen unsere Lebensentscheidungen ab?
«Ride Your Wave» hatte seine Premiere 2019 in Annecy. Kurz darauf gewann er zeitgleich mit dem japanischen Kinostart am Shanghai International Film Festival den Golden Goblet für den besten Animationsfilm.

  • RegieMasaaki Yuasa
  • LandJP
  • Produktionsjahr2019
  • Laufzeit1 Stunde 35 Minuten
  • Sprache (Untertitel)Japanisch (Englisch/Deutsch)
  • Altersfreigabe14+