Rocks In My Pockets

«Mit Steinen in den Hosentaschen hätte sie es vollbracht», so das Statement der Filmemacherin Signe Baumane über den gescheiterten Selbstmord ihrer Grossmutter Ana im Jahre 1949. Diese musste damals täglich vierzig Eimer Wasser vom Fluss holen. Damit hielt sie ihre zwei Kühe auf Trab und ihre acht Kinder am Leben. Ende der 40er-Jahre versuchte sie sich im selben Fluss zu ertränken und ging nicht unter.
In «Rocks in My Pockets» ist Signe Baumane eine humorvolle, visuell intensive Reflexion über die psychischen Leiden gelungen, die in ihrer persönlichen und familiären Geschichte immer wieder auftauchen. In träumerisch-verspielten Bildern gewährt die Animationskünstlerin intime Einblicke in ihre dunkelsten Gemütszustände und porträtiert vier Frauenschicksale aus ihrem direkten Umfeld. Zugleich geht sie der Frage nach der genetischen Veranlagung psychischer Erkrankungen nach und opponiert gegen jede Art von Psychopharmaka.
Ausgehend von einer 90-minütigen Stimmaufnahme in der Ich-Form erstellte Baumane Story
boards und ca. 30’000 Handzeichnungen von zweidimensionalen Figuren, die sich vom eigens angefertigten 3D-Dekor abheben. Für die musikalische Untermalung zeichnet der italienische Komponist, Kristian Sensini, verantwortlich.
In Lettland aufgewachsen, absolvierte Signe Baumane 1989 einen Abschluss in Philosophie an der Universität Moskau. Nach der Geburt ihres Sohnes wurde sie in eine psychiatrische Klinik eingewiesen und als manisch-depressiv diagnostiziert, was sie nicht daran hinderte, drei erste Animationsfilme in Lettland fertigzustellen. Seit 1995 lebt und arbeitet sie in New York, wo zwölf weitere Kurzfilme entstanden. Ihren ersten Langspielfilm «Rocks In My Pockets» finanzierte sie mit Fundraising-Geldern. (rr)

  • RegieSigne Baumane
  • LandUSLV
  • Produktionsjahr2013
  • Laufzeit1 Stunde 28 Minuten
  • Sprache (Untertitel)Englisch
  • Altersfreigabe14