Fraktale Muster verdichten sich zu einem bunten Stein. Ein Junge im Streifenshirt blickt auf und hüpft in den Wald. Von den Baumwipfeln springt er auf eine Wolke und blickt über die Erde. Dunkle Rauchschwaden aus der Ferne nähern sich und der Wind bläst ihn zurück in den Wald. Diese friedliche Idylle zerbricht, als der Vater von Cuca eines Tages wegen der Arbeit in die Fremde ziehen muss. Zum Abschied spielt er seinem Sohn eine Melodie. Fortan drehen sich die Erinnerungen des Kindes im Kreis, bis Cuca eines Tages selber den grossen Koffer packt.
Kaleidoskopartig setzt sich in «O Menino e o Mundo» die Geschichte um die Globalisierung und ihre negativen Folgen für die ländliche Bevölkerung zusammen. Der brasilianische Künstler Alê Abreu erzählt in seinem Film eine von Hand animierte Fabel über die kindlich anmutende Lebensfreude und den Verlust der kulturellen Traditionen. Auf der Suche nach seinem Vater reist der Knabe Cuca übers weite Land und trifft auf seltsame Kreaturen. Seine kindlich-naive Leichtigkeit widersetzt sich dem traurigen Schicksal der Feld- und Fabrikarbeiter. Die Luftblasen der vom Vater gespielten Melodie locken Cuca immer näher zu den turmartigen Metropolen, wo er mit Maschinentieren, Militärtruppen und fratzenhafter Werbung konfrontiert wird.
Abreu und sein Animationsteam verzaubern mit farbenprächtigen Zeichnungen und futuristischen Stadtbildern, ergänzt mit 3D-Animationen. Zugunsten der schönen Musik verzichtet der Film fast vollständig auf gesprochene Sprache. Und dank der vielschichtigen Erzählung mit Rück- und Vorausblenden fasziniert der Film das junge und ältere Publikum, weil es in allen das Kind voller Hoffnung und Lebensfreude weckt. (ml)
- RegieAlé Abreu
- LandBR
- Produktionsjahr2013
- Laufzeit1 Stunde 20 Minuten
- Sprache (Untertitel)ohne Dialog
- Altersfreigabe8
