Jules Vernes Romanklassiker «Die Reise zum Mond» diente dem Regisseur und Maler Angelos Spartalis als Vorlage für den ersten griechischen Animationsspielfilm. Dieser ist, wenn man von George Méliès’ «Le Voyage dans la Lune» (1902) absieht, auch die erste «rein» animierte Adaptation des französischen Klassikers.
Die Geschichte spielt im Jahre 1868. Wir begleiten die drei Hauptfiguren Barbicane, Nicholl und Ardan in ihrem Bestreben, sich in einer riesigen Kanonenkugel zum Mond katapultieren zu lassen. Die drei Protagonisten sind zugleich Antipoden: Barbicane und Nicholl standen sich im vorhergehenden amerikanischen Sezessions- krieg gegenüber und Ardan ist ein französischer Angeber, der sich selbst zu wichtig nimmt. Angeregt wird das Projekt durch Barbicane. Er ist nämlich Vorsitzender des «Gun Club», einer Vereinigung von Waffennarren, die vom Sezessionskrieg profitiert haben und deren Club eine Persiflage auf die amerikanische Waffenbegeisterung darstellt.
Spartalis’ Werk zeigt die Zukunftsgläubigkeit der Generation von Verne sowie deren gleichzeitige Angst vor möglichen Entgleisungen der Moderne. Der Film, der sich anachronistischen Zitaten und Anspielungen bedient, zeigt die Vorbereitungen bis zum Abschuss der Raumfähre am 1. Dezember 1868.
Die Optik des Films wurde vom Steampunk inspiriert, der moderne Sci-Fi-Elemente mit viktorianischem Chic kombiniert. Steampunk ist als Vertreter des Retro-Futurismus, der sich vorstellt, wie die Vergangenheit die Zukunft imaginiert hat, ein ideales Mittel, um die Science-Fiction von Jules Verne in einem aktuellen Rahmen abzubilden. Angelo Spartalis, der selbst einen Abschluss in Aeronautik besitzt, animierte den Film mittels Collage und Schattenspiel. (pe)
- RegieAngelos Spartalis
- LandGR
- Produktionsjahr2013
- Laufzeit1 Stunde 27 Minuten
- Sprache (Untertitel)Griechisch (Englisch)
- Altersfreigabe12
