Akira

Neo-Tokio im Jahr 2019. 31 Jahre nach der gewaltigen Explosion in Tokio und dem Beginn des Dritten Weltkriegs bereitet sich die Stadt auf die Olympischen Spiele im kommenden Jahr vor. Die internationale Grossveranstaltung soll die Wiederauferstehung der Megalopolis verkünden. An diesem chaotischen Ort begegnet der Schuljunge Kaneda eines Tages seltsamen greisenhaf- ten Kindern, die sein Leben für immer verändern. Sein Freund Tetsuo wird in eine Verschwörung der Armee verwickelt, welche die Freisetzung übernatürlicher Kräfte im Menschen bezweckt. Sein Schicksal nimmt dann eine drastische Wendung: Während Kaneda versucht, Tetsua zu retten, beginnt dieser, sich für einen Gott zu halten.
Der Regisseur Katsuhiro Otomo ist ein einflussreicher japanischer Manga-Zeichner. Inspiriert von ausländischen Comiczeichnern führte er in Japan einen neuen, detaillierten und dynamischen Zeichenstil ein. Dies gilt auch für seinen Film: Er hebt sich im Bereich der Animes, wo einfache Bewegungen vorherrschen, durch seine sehr dynamischen Bewegungen und die exakte Lippensynchronisation hervor – zwei Dinge, die in früheren Animes oft vernachlässigt wurden. «Akira» drückt mit diesem Stil die Atmosphäre im Japan der Achtzigerjahre aus.
Damals waren in Japan Vorstellungen über den Weltuntergang und eine postapokalyptische Welt aufgrund eines Bestsellers über Nostradamus’ Prophezeiungen weit verbreitet. Neben «Akira» widerspiegelten auch andere Filme diese Gemütsverfassung. Gute Fiktion greift zuweilen der Realität vor: Nach der Katastrophe von 2011 wurde Japan tatsächlich zu so etwas wie Akiras Welt: Letztes Jahr wurde beschlossen, dass die Olympischen Spiele 2020 in Tokio stattfinden sollen, genau wie im Film. Sie werden Japans Wiederauferstehung nach der Katastrophe von 2011 verkünden. Was also wird 2019 geschehen? (nd)

  • RegieKatsuhiro Otomo
  • LandJP
  • Produktionsjahr1988
  • Laufzeit2 Stunden 4 Minuten
  • Sprache (Untertitel)Japanisch (Deutsch)
  • Altersfreigabe16