Giovanni's Island

15. August 1945, auf einer abgelegenen Insel im Norden Japans: Eine Dorfgemeinschaft hört im Schulhaus die Kapitulationsrede des japanischen Kaisers vor den Alliierten. Unter der Gruppe der gebannt Lauschenden befinden sich auch Junpai und sein kleiner Bruder Kanta.
In dieser Nachkriegssituation ist Mizuho Nishikubos «Giovanni’s Island» angelegt. Im klassischen Anime-Stil gehalten, thematisiert der Film das Aufwachsen in extremen Zeiten und fragt, ob in diesem Kontext eine kindliche Unschuld bewahrt werden kann. Im Verlauf der Handlung gerät Junpai zwischen die Fronten. Seine Freundschaft mit Tanya, der Tochter des Kommandeurs der russischen Besatzung, und die Schmuggelaktivitäten seines Onkels bringen ihn in eine gefährliche Lage. Hoffnung auf bessere Zeiten spendet den beiden Brüdern der japanische Romanklassiker «Night on the Galactic Railroad», eine fantastische Reise durch die Milchstrasse. Der Titel des Filmes ist denn auch eine Anspielung auf diese Binnengeschichte, deren Hauptfigur Giovanni heisst.
Regisseur Nishikubo, der auch für die Animeserie «Ghost in a Shell» arbeitete und dessen Film vom renommierten Studio Production I.G herausgegeben wurde, stützt Junpais Geschichte auf tatsächliche Erlebnisse des Korvettenkapitäns Hiroshi Tokuno während des Zweiten Weltkrieges. Angesichts des stets schwelenden Konflikts zwischen Japan und Russland um die Südkurilen – zu denen auch Junpais Insel gehört – spricht «Giovanni’s Island» auch ein aktuell brisantes Thema an. (pe)

  • RegieMizuho Nishikubo
  • LandJP
  • Produktionsjahr2013
  • Laufzeit1 Stunde 42 Minuten
  • Sprache (Untertitel)Japanisch (Englisch)
  • Altersfreigabe10