Dieser Anime spielt in zwei Welten, die unterschiedlicher nicht sein könnten: In der einen lebt Kronprinzessin Ancien, die mit ihrem magischen Mini-Computer Maschinen zum Leben erwecken kann. In der anderen die junge Gymnasiastin Kokone, deren dauernde Müdigkeit dazu führt, dass sie immer und überall einschläft und von fantastischen Dingen träumt. In dieser Traumwelt erfährt Kokone von den Erlebnissen Anciens, die von einem waghalsigen Abenteuer ins nächste stürzt. Wenn sie nicht gerade einnickt, versucht Kokone ihren Vater, der wegen falscher Anschuldigungen in Untersuchungshaft sitzt, zu befreien. In wunderschönen Bildern, gepaart mit einer ausgewogenen Situationskomik, erzählt «Ancien and the Magic Tablet» im Grunde die Geschichte einer gespaltenen Familie, die in einer turbulenten, ereignisreichen Zeit wieder zueinander finden muss. Die zu Beginn parallel erzählten Geschichten verstricken sich ineinander und am Ende verschwimmt die Grenze zwischen realer und geträumter Welt. Zugleich spannt der Film den Bogen zu gesellschaftlichen Themen und kritisiert den Stillstand Japans. Wie weit können Tradition und alteingesessene Gewohnheiten den Kern einer Kultur ausmachen, ohne dass diese stagniert? Regisseur Kenji Kamiyama versetzt die Geschehnisse von «Ancien and The Magic Tablet» mitten in die Vorbereitungen für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio. Dabei lebt der Anime von seiner Gleichzeitigkeit, die sich in Form und Inhalt widerspiegelt und die Zuschauer von einer Welt in die andere katapultiert. Eine entscheidende Rolle spielt hier insbesondere die Stimme von Mitsuki Takahata, die sowohl Ancien als auch Kokone verkörpert. Der 2D-computeranimierte Film feierte seine europäische Premiere dieses Jahr in Annecy. (mu)
- RegieKenji Kamiyama
- LandJP
- Produktionsjahr2017
- Laufzeit1 Stunde 50 Minuten
- Sprache (Untertitel)Japanisch (Englisch/Deutsch)
- Altersfreigabe14+

