La jeune fille sans mains

In handgezeichneter Animation auf Papier adaptiert das Autorenwerk ein wenig bekanntes Grimm-Märchen für Erwachsene, «Das Mädchen ohne Hände». Ein armer Müller erliegt seiner Habgier und verkauft seine bildschöne Tochter für eine Goldquelle dem Teufel. Um dem zwielichtigen Wohltäter seinen Gehorsam zu beweisen, muss er ihr die Hände abschneiden. Das Mädchen entkommt dem Teufel dank ihrer Tugend (der Reinheit und der Unschuld) und macht sich auf eine schicksalhafte Reise. Ihr unerschütterlicher Kampfgeist erhält sie am Leben. Wie bei Märchen üblich folgt die Story einer Traumlogik und verzaubert Zuschauer*innen mit Poesie. Während die Geschichte der Emanzipation des Mädchens ohne Hände zeitlos ist, visualisiert der Film bisher nie Gesehenes: Die raffinierten, kalligraphie-ähnlichen Pinselstriche verblüffen durch Metamorphosen, Perspektivenbrüche und Achsensprünge. Es ist keine blosse Illustration des Märchens, sondern Abbildung starker Gefühle, eine Explosion an Formen und Farben. Die Musik schafft dabei einen gelungenen Stilbruch: Eine elektrische Gitarre begleitet das mittelalterliche Märchen. Laudenbachs Langfilmdebut hatte die grosse Ehre dieses Jahr die Sektion ACID (Association du cinéma indépendant pour sa diffusion) von Cannes zu eröffnen. In Annecy, dem grössten und bedeutendsten Animationsfilmfestival weltweit, gewann das Autorenwerk im Juni den Preis «Mention du Jury» (engl.: Jury Distinction). Dem US-Verleiher GKids New York, kann Fantoche nur beipflichten: «‹La Jeune fille sans mains› ist ein erstklassiges Beispiel für das Potenzial des Mediums Animation als eine kraftvolle kinematografische Kunstform für ein erwachsenes Kinopublikum.»

Stimmen: Anaïs Demoustierr, Jérémie Elkaïm, Philippe Laudenbach

  • RegieSébastien Laudenbach
  • LandFR
  • Produktionsjahr2016
  • Laufzeit1 Stunde 16 Minuten
  • Sprache (Untertitel)Französisch (Englisch)
  • Altersfreigabe14