Louise en hiver

Louise in Winter

Ferienende in Biligen-sur-Mer, einem kleinen Dorf an der französischen Küste. Mit dem letzten Zug der Saison verlassen die Touristen den Ort, um nach Hause zu fahren. Nur Louise, eine alte Dame, kommt zu spät. Sie verpasst den Zug und bleibt allein zurück. Zunächst fühlt sie sich verlassen, ist ängstlich und verwirrt, doch von Tag zu Tag gewinnt sie an Selbstvertrauen und entdeckt sich selbst als Überlebenskünstlerin: Sie baut eine Hütte am Strand und beginnt sogar, ihr eigenes Gemüse anzubauen. So beginnt ihre Selbstfindung, die als Leitmotiv die ganze Geschichte trägt. Wir folgen Louise nicht nur durch ihren Alltag, sondern erleben sie in Träumen, Rückblenden und durch ihre Erzählstimme (die im ganzen Film präsent ist) auch als Kind und junge Frau. Dieser Animationsfilm ist eine poetische und intime Erzählung, die uns Einblicke in verschiedene, manchmal widersprüchliche Aspekte des Älterwerdens gibt. Der Film ist auch von Jean-François Laguionies eigenen Gefühlen und Erinnerungen inspiriert und lässt uns so am Leben des Filmemachers teilhaben. In einem Interview erklärt der Autor, wie einige Szenen auf seine Kindheit nach dem Zweiten Weltkrieg anspielen: Wie Louise zog er ans Meer zu seiner Grossmutter. So spiegeln die hohen, windumbrausten Klippen, die dichten Wälder und die Häuserruinen im Film seine damaligen Spielplätze wider. Die starke persönliche Verbindung des Regisseurs zum Hintergrund des Films brachte ihn schliesslich dazu, wieder den Pinsel zur Hand zu nehmen und die Kulissen von Hand auf grobkörniges Papier zu zeichnen. 2016 hatte der Film seine Premiere in Annecy und bezauberte seitdem Zuschauer*innen rund um die Welt. (sa)

  • RegieJean-François Laguionie
  • LandFRCAN
  • Produktionsjahr2016
  • Laufzeit1 Stunde 15 Minuten
  • Sprache (Untertitel)Französisch (Englisch, Deutsch)
  • Altersfreigabe8+