Als sich die junge Tschechin Helena in den Afghanen Nazir verliebt, lässt sie ihre Heimat hinter sich, um ihn zu heiraten. Von nun an lebt sie in Afghanistan nach dem Sturz des Taliban-Regimes und nennt sich Herra, die blonden Haare werden von einem Kopftuch bedeckt. Gemeinsam mit Nazirs Familie lebt sie in einem Haus in Kabul. Hier wohnen nun der weise und sympathische Grossvater, die Schwiegermutter, die Schwägerin und deren gewalttätiger Mann mit ihren vier Kindern. Bald wird Herra klar, dass ihre Rolle als Frau in der afghanischen Gesellschaft sehr viel eingeschränkter ist, als sie sich das vorgestellt hatte. Die Tatsache, dass sie nicht schwanger wird, belastet ihre Ehe ebenfalls. Doch dann adoptieren Herra und Nazir den auf der Strasse lebenden Waisenjungen Maad, der das Familienleben auf den Kopf stellt. Gemeinsam lernen Herra und Maad, sich Gehör zu verschaffen und sich für sich und andere einzusetzen.
Michaela Pavlátová erzählt in ihrem einfachen, berührenden Stil eine bewegende, lehrreiche und zugängliche Geschichte, die ohne übertriebenes Drama auskommt. Die Ereignisse werden aus der Perspektive von Maad und Herra und damit durch die Augen zweier Aussenseiter*innen dargestellt, die beide neu in die Familie aufgenommen wurden. Dazwischen sind einige sehr kreative, traumhafte Szenen gestreut, die dem Film eine gewisse Leichtigkeit verschaffen.
Michaela Pavlátovás Kurzfilme brachten ihr unter anderen eine Oscar-Nominierung, einen Goldenen Bären in Berlin und einen Cristal in Annecy ein. Am Fantoche waren bereits «Tram» (2012) und «Forever and Ever» (1998) zu sehen. (Sarah Schwedes)
- RegieMichaela Pavlátová
- LandFRCZ
- Produktionsjahr2021
- Laufzeit1 Stunde 17 Minuten
- Sprache (Untertitel)Dari, Tschechisch, Englisch (English)
- Altersfreigabe14+

