In Hayao Miyazakis Filmen wütet die Natur, und die Menschen sind ihr machtlos ausgeliefert. Manchmal versuchen sie, sich zu wehren, doch es gelingt ihnen nie. Der grosse japanische Anime-Meister beabsichtigt in seinen Werken keine Rückkehr zur Natur. Dazu ist sie in seinen Augen zu rau, und man sollte ihr nur aus sicherem Abstand begegnen. Manchmal jedoch verschmilzt das Künstliche mit der Natur, und alte Technologien vergangener Zivilisationen werden Teil von ihr. Dies lässt nur eine Schlussfolgerung zu: Auch die Menschheit ist Teil der Natur. Diese Sichtweise kommt auch in «Nausicaä of the Valley of the Wind» zum Ausdruck. Verseuchte Natur ist hier das Problem: Als Folge eines apokalyptischen Kriegs ist ein giftiger Urwald gewachsen. Diese künstliche, von menschlichem Verhalten hervorgebrachte Natur setzt Giftstoffe frei, welche die Menschen krank machen. In Miyazakis Film aus den frühen Achtzigerjahren begibt sich Nausicaä in den gefährlichen Wald, um eine Lösung zu finden, während die Truppen des Königreichs Tolmekia versuchen, den Wald mit Hilfe einer Waffe einer früheren Zivilisation niederzubrennen. Welche Lösung ist besser? Die Antwort ist klar: Solange die Menschen Teil der Natur sind, ist jeder Versuch, sie zu bezwingen, zum Scheitern verurteilt. Und da auch das Künstliche Teil der Natur ist, darf man es nicht stören, sondern muss – wie Nausicaä – vorsichtig seiner Stimme lauschen. Dieser Film ist die aktualisierte Version einer japanischen Auffassung der Natur, und die Frage, wie wir mit einer verseuchten Natur umgehen, hat seit der Entstehung des Films im Jahr 1984 nichts an Aktualität eingebüsst.

  • RegieHayao Miyazaki
  • LandJP
  • Produktionsjahr1984
  • Laufzeit1 Stunde 57 Minuten
  • Sprache (Untertitel)Japanisch (Deutsch/Französisch)
  • Altersfreigabe12