«Ich hege das Ideal der Demokratie und einer freien Gesellschaft, in der alle Menschen in Harmonie zusammenleben und die gleichen Chancen haben. […] Wenn es notwendig ist, so bin ich auch bereit, für dieses Ideal zu sterben.» Diese Worte Nelson Mandelas gingen um die Welt, als ihm und sieben Mitstreitern des African National Congress im Jahr 1964 der Prozess gemacht wurde. Ein Prozess, in welchem den kämpferischen Gegnern des südafrikanischen Apartheid-Regimes die Todesstrafe drohte. Filmaufnahmen des Prozesses existieren nicht, und erst vor kurzer Zeit wurden Tonaufzeichnungen zugänglich. Diese Originaltonspur bildet das Herzstück des Films der Regisseure Nicolas Champeaux und Gilles Porte. Sie zieht uns mitten hinein in die gespannte Atmosphäre des Gerichtssaals, in das Kräftemessen zwischen Staatsanwalt und Angeklagten. Wir werden Zeugen, wie sie in den Verhören den Spiess umdrehen und die Apartheid an den Pranger stellen.
Der unabhängige Trickfilmer Oerd van Cuijlenborg übersetzt das akustische Geschehen in animierte Kohlezeichnungen und fügt damit eine eigene, rhythmisch bewegte Kommentarebene ein. Darüber hinaus zeigen Champeaux und Porte die Begegnungen mit ehemaligen Prozessteilnehmern: 57 Jahre nach der Verkündung der Urteile hören sie die Tonaufnahmen und bringen ihre heutige Sicht auf die damaligen Ereignisse zum Ausdruck. Auf diese Weise wird nicht nur ein wesentlicher Moment südafrikanischer Geschichte wieder lebendig, es entstehen auch bewegende Portraits der Widerstandskämpfer wie Walter Sisulu oder Ahmed Kathrada, die gemeinsam mit Nelson Mandela ihr Leben für die Abschaffung der Apartheid aufs Spiel setzten. Der Film zählte zu den nominierten Langfilmen in Cannes und war dieses Jahr für einen César als bester Dokumentarfilm nominiert.
- RegieNicolas Champeaux, Gilles Porte
- LandFR
- Produktionsjahr2018
- Laufzeit1 Stunde 45 Minuten
- Sprache (Untertitel)Englisch (Englisch/Deutsch)
- Altersfreigabe14+
