«Die Legende von Prinzessin Kaguya» stellt eine vollständige Ablehnung unserer Lebensweise dar. Der Film basiert auf einer alten japanischen Er- zählung: Ein alter Mann findet in einem Bambusstrauch ein Findelkind und zieht es gemeinsam mit seiner Frau auf. Es wächst zu einem schönen Mädchen heran, und als die Familie in die Stadt zieht, halten viele hohe Herren und sogar der Kö- nig um ihre Hand an. Doch Kaguya lehnt sie alle ab und kehrt schliesslich zum Mond zurück, wo sie ursprünglich herkam. Takahata schmückte die Handlung mit vielen Details aus, um sein Grundanliegen zu verdeutlichen: Hat sich die japanische Gesellschaft zum Guten entwickelt? Filme wie «Only Yesterday» oder «Pom Poko» beschreiben Takahatas Idealvorstellung der Gesellschaft, wo Mensch und Natur friedlich zusammenleben und die Natur nicht vom Menschen ausgebeutet wird. Mit dem heutigen Japan ist er offensichtlich nicht zufrieden.
Die Rückkehr Kaguyas zum Mond ist ein trauriger Moment, doch mit dem Verlassen ihrer Heimat in den Bergen hat die Familie ihr Schicksal besiegelt. Bevor Kaguya zum Mond zurückkehrt, ruft sie voller Bedauern: «Ich wurde geboren, um zu leben, doch das konnte ich nicht.» In der Stadt kann sie nicht richtig leben. Der Film zeigt Kaguyas «wahres» Leben als Traumsequenz: Das Leben in den Bergen kehrt zurück, und seine dynamische Animation lässt den Zuschauer die Lebenslust spüren. Für Takahata ist dies nicht nur ein Traum, sondern ein Modell, wie unser Leben sein sollte. Indem der Film unsere Realität ablehnt, fordert er uns zum Weiterträumen auf. Der Film ist geprägt von Takahatas einzigartigem, starken Willen, sich der Realität zu widersetzen. (nd)
- RegieIsao Takahata
- LandJP
- Produktionsjahr2014
- Laufzeit2 Stunden 17 Minuten
- Sprache (Untertitel)Japanisch (Deutsch)
- Altersfreigabe6
